In der Schweiz fühlen sich gemäss den Zahlen des Bundesamts für Statistik BFS (2022) 42.3 Prozent der Menschen einsam, bei den 15-24 Jährigen sind es 60 Prozent. Die Tendenz ist stark steigend. 2007 lagen diese Prozentwerte noch bei 30.3 respektive 39.8. Das ergibt ein Plus von rund 50 Prozent in etwa fünfzehn Jahren.

Nun zeigt eine ebenso aufschlussreiche wie aufrüttelnde Studie in der Harvard Business Review (Hadley/Wright, Mai 2026), dass KI im Büro diese Tendenz verstärken könnte. Die Forscherinnen haben 1’545 Wissensarbeitende in den USA befragt und zeigen, dass die Verstärkung der Einsamkeit im Büro unter anderem damit zusammen hängt, dass Wissensarbeitende Feedbacks verstärkt bei KI abholen statt bei ihren Kolleginnen und Kollegen. Weiter ist KI eben doch nur eine Maschine und scheint nicht alle menschlichen Bedürfnisse stillen zu können, die als Gegenmittel der Einsamkeit entscheidend sind.

WAS IST ZU TUN? Die Autorinnen empfehlen unter anderem das Monitoring der Zusammenarbeit, das Verfassen von Richtlinien für den Einsatz KI und die Programmierung der KI, damit sie auf menschliche Expertise verweist.

Was mir dabei fehlt, ist der Hinweis auf die #HealingArchitecture für das Design von Arbeitswelten, insbesondere aus der Perspektive der sozialen Gesundheit. Das heisst zum Beispiel dafür zu sorgen, dass die Arbeitsräume verschiedene Gesprächsformen unterstützen: solche wie in einer Hotellobby, aber auch solche wie in einer Psychotherapie.

Wer die Qualität der Architektur vernachlässigt, schwächt seine Belegschaft: Einsame Menschen arbeiten gemäss der Studie 27 Prozent unzufriedener und haben eine 90 Prozent höhere Kündigungsabsicht. Nicht zuletzt gilt Einsamkeit als wesentlicher Treiber von psychischen Erkrankungen.