Zunächst lohnt es sich, Strategiearbeit zu definieren: Im Kern zielt die Strategiearbeit darauf ab, heutige Handlungen so zu wählen, dass sie einen höheren zukünftigen Wert schaffen. Das erfordert Weitsicht, also die Fähigkeit, vorherzusagen, welche Handlungsoptionen zu besseren Ergebnissen führen.
Die Vorstellung, eine CEO würde ein LLM fragen: „Was soll ich tun?“ ist nun aber eine Karikatur. Realistischer ist ihre Verwendung von KI, um strategische Hypothesen zu testen. Unternehmen, die am schnellsten KI schlau in ihre Entscheidungsprozesse integrieren, werden im Vorteil sein.
KI kann Informationen zusammenfassen und synthetisieren. Sie ergänzt das menschliche Denken, indem sie es klarer macht, emotionale und politische Verzerrungen verringert und Informationen leichter überprüfbar macht. Sie wertet Daten aus und macht dabei versteckte Muster sichtbar. Weiter können durch die Unterstützung durch KI rasch neue Ideen generiert werden. Doch diesen Vorzügen stehen gewichtige Risiken gegenüber.
Die Frage ist nicht, ob KI Strategiearbeit leisten kann, sondern wie und für welche Aufgaben. Unüberlegte Anwendung ist gefährlich, geschickte Anwendung kann dagegen transformativ wirken. Weiter entsteht effektive Intelligenz in Organisationen (und damit gute Strategien) aus Konflikten, nicht aus Konsens. Das wirft die Frage auf, welche Kontrollmechanismen und Kontrastmittel Unternehmen in der Strategiearbeit benötigen, um von KI nicht in die Irre geführt zu werden.