New Work

Kleiner Atlas zur neuen Arbeitswelt

Das Internet führt zu Automatisierung, Transparenz und Beschleunigung. Dadurch wird die Arbeit globalisiert und ökonomisiert. Der Markt setzt sich als Organisationsprinzip der Arbeit durch, was zu Zentralisierung und zu gestiegenen Anforderungen an die Arbeitnehmenden führt.

Anderseits ermöglicht das Internet auch neue Formen der Zusammenarbeit und der Selbstorganisation, die sich dem Markt entziehen oder ein bewusstes Gegegengewicht zu diesem setzen. Die alternativen Arbeitsformen zeichnen sich durch Ent-Digitalisierung, Entschleunigung, Entökonomisierung und Dezentralisierung aus.

Es entstehen verschiedene Arbeitskulturen, die sich widersprechen aber auch gegenseitig verstärken. In der Folge kommt es zu Trennlinien zwischen Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmer, Digitalen und Analogen, Zugehörigen und Ausgeschlossenen, Gewinnern und Verlierern sowie Systemtreuen und Alternativen.

Arbeitnehmer, Manager und Politikerinnen brauchen Orientierungskarten, um sich in dieser widersprüchlichen Arbeitswelt zurecht zu finden. Das Verständnis der Zusammenhänge ist Grundlage, um die digitale Arbeitswelt in ökonomischer und politischer Hinsicht zu gestalten.

Klicken Sie auf einen der Begriffe, um die Zusammenhänge der neuen Arbeitswelt zu erkennen und unten der Grafik eine kurze Definition zu lesen.

Erarbeitet 2014 von Leander Herzog (Design), Jörg Dirbach & Joël Luc Cachelin (Inhalt)

New Work

Social Media

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Soziale Medien bezeichnen interaktive Internetplattformen, die als Verzeichnisse dienen. Sie ordnen die Menschen sowie deren Fotos, Videos, Lebensläufe und Vorlieben. Im Unternehmenskontext werden durch soziale Medien Kompetenzen, Wissen, Wissensquellen und Netzwerke sichtbar. Zu den bekanntesten sozialen Medien gehören Facebook, Twitter und Youtube. Die sozialen Medien sind zentraler Bestandteil des Web 2.0.

Identität

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Identität ist die Geschichte, die man sich über sich selbst erzählt. Sie ordnet unsere Teilidentitäten, die wir in unterschiedlichen Lebensbereichen einnehmen. Aus einer wirtschaftlichen Optik setzt sich die Identität aus den Rollen zusammen, die wir bei verschiedenen Unternehmen ausüben. Diese Identitäten bringen wiederum die Identität des Unternehmens hervor. Identität ist ein niemals abgeschlossener Prozess, weil sich nicht nur die Umwelt, sondern durch das Alter auch unsere Präferenzen verändern.

Selbstmanagement

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Selbstmanagement ist die Fähigkeit, sich, seine Zeit und seine Dokumente zu organisieren sowie seine Emotionen und Entwicklung bewusst zu steuern. Ein wesentlicher Bestandteil des Selbstmanagements ist das Wissensmanagement, also die Ordnung, Speicherung und Verwendung des persönlichen Wissens. Vor dem Hintergrund beschleunigter Stellenwechsel wird das persönliche Wissensmanagement unternehmensunabhängig. In einer beschleunigten Wirtschaft wird das Abstimmen von Terminen zu einem wichtigen Erfolgsfaktor. Das Selbstmanagement gilt als zentrale Fähigkeit, um auch andere zu führen.

Cloud Computing

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Cloud Computing ist das Ablegen von Daten, Dokumenten und Programmen auf Computern, die per Internet von überall jederzeit zugänglich sind. Cloud Coputing fördert das ortsunabängige Arbeiten, weil der Ort für das Speichern und Abrufen der Dokumente und Daten keine Rolle mehr spielt. Cloud Computing schafft aber auch neue Abhähngigkeiten und führt zu neuen Fragen in Bezug auf den Datenschutz. Bekannte Lösungen sind Dropbox oder auch Google Docs.

Selbstorganisation

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Selbstorganisation bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, sich selbständig zu organisieren und selbstgesteuert seiner Umwelt anzupassen. Die Selbstorganisation gilt besonders in komplexen Situationen als Erfolgsmodell. Sie impliziert einen Verzicht auf Führung beziehungsweise Fremdsteuerung. Das stärkt das Stärken von dezentralen Entscheidungsmechanismen voraus. Eine wichtige Rolle bei der Selbstorganisation spielt neben dem Selbstmanagement die Identität. Sie gibt die Richtung und die Grenzen der Selbstorganisation und -entwicklung vor.

Schwarmintelligenz

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Schwarmintelligenz ist die Intelligenz einer Gruppe, die durch das Verhalten ihrer Mitglieder ergibt. Diese kollektive Intelligenz geht über die Intelligenz des Individuums hinaus, weil die Gruppe Dinge erkennt, spürt, verarbeitet, die dem Individuum verborgen bleiben. Das Prinzip kennt man von Fisch- oder Vogelschwärmen, nun wird es aber vermehrt im Management angewandt. Zentrale Prinzipien des Schwarms sind der Verzicht auf Führung, die gegenseitige Nachahmung sowie die Visualisierung und Nutzung des heterogenen Wissens.

Arbeitsplatz21

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Arbeitsplatz21umfasst Massnahmen der räumlichen und digitalen Architektur sowie der Arbeitsplatzgestaltung. Sie zielen darauf ab, unsere Arbeitsplätze einer fortgeschrittenen Wissensgesellschaft anzupassen. Neben technischen und sozialen Veränderungen geht es auch um architektonische Aspekte. Ein wichtiges Prinzip von Arbeitsplatz21 ist es, für unterschiedliche Arbeitssituationen spezifische Arbeitsumgebungen zu schaffen. Das gemeinsame Besprechen eines Konzepts setzt eine andere Arbeitsumgebung voraus als die konzentrierte Einzelarbeit.

Virtuelle Organisation

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Virtuelle Organisationen bezeichnen Gruppen von Menschen, die über das Internet zusammenarbeiten und dabei einem gemeinsamen wirtschaftlichen Ziel nachgehen. Sie können, müssen sich aber nicht persönlich kennen. An der Organisation können mehrere autonome Unternehmen beteiligt sein, die aber bestrebt sind, gegenüber den Kunden als Ganzes aufzutreten. Virtuelle Organisationen nutzen gemeinsame digitale Ressource, um Kosten zu sparen und Synergien zu nutzen.

Co-Working

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Co-Working sind gemeinsam genutzte Büroräumlichkeiten an zentral gelegenen Orten für selbständig Erwerbende sowie Mitarbeitende, die regelmässig im Homeoffice arbeiten. Diese finden dort neben einer Büro-Infrastruktur auch ein soziales Umfeld. Co-Working Orte können so auch zu unternehmensübergreifenden Formen der Zusammenarbeit führen. Einige Co-Working-Orte setzen einen nachhaltigen Geschäftszweck voraus, damit man sich dem Kollektiv anschliessen und die Räumlichkeiten nutzen kann.

Crowd Innovation

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Crowd Innovation bezeichnet das Entwickeln von Innovationen durch Menschen, die eigentlich nicht zum Unternehmen gehören. Ziel ist es, externes Know-How zu integrieren und marktnahe Ideen zu entwickeln. Dabei kann mit einem spezialisierten Anbieter zusammengearbeitet werden (In der Schweiz z.B. Atizo) oder aber das Unternehmen schafft wie die Migros, Starbucks oder Lego selber Plattformen, auf denen die Kunden zur Erarbeitung von Innovationen angeregt werden. Mitarbeitende, die sich an Open-Innovation-Prozessen beteiligen, wollen zunehmend entlöhnt oder am Umsatz beteiligt werden.

Dritte Orte

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Dritte Orte sind Orte, die ursprüngliche einen privaten Hintergrund hatten, nun aber für die Arbeit genutzt werden. Typische Beispiele sind Cafés und Züge. Wesentliche Voraussetzung für den Wandel zum Dritten Ort ist der Internetanschluss. Hintergrund der steigenden Bedeutung der dritten Orte sind die räumliche und zeitliche Entgrenzung der Arbeit und damit auch das steigende Bedürfnis, Arbeit von unterwegs zu erledigen.

Cloud Organisation

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Die Cloud-Organisation bezeichnet eine neuartige Organisationsform, bei der die Zahl der fest und langfristig angestellten Mitarbeitenden auf ein Minimum reduziert wird. Die Kompetenzen, die nicht durch die Kernbelegschaft abgedeckt sind, werden aus einem Netzwerk von unternehmensnahen Zulieferern beziehungsweise Selbständigen bezogen. Diese Organisationsform ermöglicht es Unternehmen, flexibel auf das beste und neuste Wissen zuzugreifen, ohne lanfristige Verpflichtungen und damit Risiken einzugehen.

Vernetzung

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Vernetzung bezeichnet die ökonomischen, sozialen und technischen Verbindungen, die uns als Menschen und Unternehmen zusammenhalten. Die Digitalisierung führt zu einer massiven Steigerung der Vernetzung in allen drei Aspekten der Vernetzung. Zudem werden die Verbindungen viel besser als früher sichtbar. Aus der steigenden Vernetzung entstehen Netzwerkorganisationen bzw. die Netzwerkgesellschaft. In beiden Fällen wird die Hierarchie als Organisationsprinzip relativiert. Mächtig sind nun die Zentren der Netzwerke.

Globalisierung

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Durch die Digitalisierung sowie die sinkenden Transportkosten entsteht eine globale Welt. Alle Regionen der Welt sind durch das Internet zu einer einzigen Welt geworden, in der alles nur noch einen einzigen Klick vom anderen entfernt ist. Die Globalisierung führt zu einer Beschleunigung, weil die Nacht am anderen Ende der Welt zum Tage wird, uns so Arbeit auch in der Nacht fortgesetzt wird. Durch die Globalisierung entstehen für viele Unternehmen neue Märkte aber auch neue Konkurrenten. Die Konkurrenz wird insbesondere deshalb verschärft weil die Markteintrittsbarrieren durch die Digitalisierung vielerorts gesenkt werden.

Digitalisierung

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Digitalisierung im engen Sinne meint die Verlagerung von analogen hin zu digitalen Speichern. In einem weiteren Sinne meint Digitalisierung die Überlagerung des analogen Lebens mit einem digitalen Filter. Dabei kommt es zur Verschmelzung von Realität und Digitalität in Form der Augmented Reality. Man kann deshalb vereinfachend die Digitalisierung mit dem Internet gleichsetzen. Die Digitalisierung kann auch als Evolution beziehungsweise als Verschmelzen von Mensch und Maschine gelesen werden.

Stress

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Stress ist das Gefühl nicht alles zu erreichen, was man möchte. Die negativen Auswirkungen von Stress sind körperliche und psychische Beeinträchtigungen. Das Stressempfinden kann in eine Erschöpfungsdepression, das Burnout übergehen. Stress nimmt in der digitalen Arbeitswelt generell zu, weil die Arbeit in zeitlicher und räumlicher Hinsicht entgrenzt ist und man glaubt, dauernd erreichbar sein zu müssen. Dazu kommt, dass viele Arbeitsverhältnisse zeitlich beschränkt werden und viele Mitarbeitende dadurch quasi selbständig werden.

Entgrenzung

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Entgrenzung im Arbeitskontext bedeutet das Verwischen von Grenzen, die früher einmal die Arbeit eingeschränkt oder definiert haben. Wesentlich ist die durch Internet und Globalisierung verstärkte räumliche und zeitliche Entgrenzung der Arbeit. Durch die Entgrenzung vermischen sich Arbeits- und Freizeit sowie Arbeits- und Freizeitsorte. Durch die räumliche und zeitliche Entgrenzung kommt es aber auch einer personellen Entgrenzung, es ist häufig nicht mehr klar, wer zum Unternehmen gehört. Entgrenzung heisst auch, dass das Individuum selber dafür zuständig ist, die verloren gegangenen Grenzen wieder herzustellen.

Ökonomisierung

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Durch das Vordringen des Markts in alle Lebensbereiche wird auch die Arbeit mehr und mehr zum Produkt.globalis Arbeit wird nur noch nach ökonomischen Kriterien verteilt, wobei soziale Kriterien an Bedeutung verlieren. Durch die Digitalisierung verstärkt sich die Ökonomisierung der Arbeit, weil Arbeitsprozesse und -produkte sicht- und dadurch messbar werden. Zudem macht es die Digitalisierung einfacher Wissen, Fähigkeiten und Innovationskraft kurzfristig von irgendwo in der Welt kurzfristig ins Unternehmen zu integrieren. Das führt dazu, dass bisher stabile Arbeitsverhältnisse prekär werden.

Fragmentierung

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Durch die soziale Ausdifferenzierung aber auch die Ökonomisierung kommt es zu einer Spezialisierung bzw. Fragmentierung der Arbeit. Zwecks Effizienz wird die Arbeit zerstückelt, damit sie möglichst schnell bewältigt werden kann. In der Folge verliert die Arbeit ihre Ganzheitlichkeit, die Arbeit wird in kleine, rationalisierbare Arbeitsschritte aufgeteilt. Diese Fragmentierung führt auch dazu, dass Menschen einfacher durch Maschinen ersetzt werden können oder aber die Mitarbeitenden der Gefahr des Bore-Outs ausgeliefert sind.

Mobilität

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Mobilität umfasst physische und die geistige Mobilität. Aufgrund der besseren und billigeren Transportmöglichkeiten verbringen wir immer mehr Zeit an verschiedenen Orten und dadurch unterwegs zwischen den Orten. Viele Menschen erbringen ihre Arbeit nicht mehr an ihrem Arbeitsort, sondern sind mehr oder weniger gezwungen zwischen Wohn- und Arbeitsort zu pendeln beziehungsweise ihre Arbeit an unterschiedlichen Orten auf dem Globus zu erledigen. Geistige Mobilität ist die Fähigkeit sich rasch, neue Situationen und damit neue soziale Kontexten anzupassen.

Beschleunigung

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Die Beschleunigung führt zu einer Zunahme der Geschwindigkeit unseres Alltags. Schuld sind Globalisierung und Digitalisierung und damit auch die Ökonomisierung. Die sozial erwünschten Reaktionszeiten nehmen ab. In der Folge kommt es zum gefühlten Zwang mehrere Dinge gleichzeitig machen zu müssen. Das Multitasking führt aber nicht immer zum Erfolg und verstärkt paradoxerweise das Gefühl durch die Beschleunigung einem dauernden Stress ausgesetzt zu sein.

Automatisierung

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Durch Automatisierung werden Arbeitsschritte rationalisiert und letztlich durch Maschinen ersetzt. Dadurch gehen Arbeitsplätze verloren beziehungsweise steigen die Erwartungen an den übrigbleibenden Stellen. Fand Automatisierung früher vor allem in den Fabriken statt, findet sie nun in der Dienstleistungs- und Wissensarbeit ihre Fortsetzung. So kann man heute in ein Flugzeug steigen, ohne für die Buchung, das Boarding oder die Passkontrolle jemals mit einem Menschen gesprochen zu haben.

Big Data

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Big Data bezeichnet die riesigen Datenmengen, die durch die Digitalisierung über Menschen und Unternehmen zur Verfügung stehen. Dementsprechend ist das Data Mining das Suchen von Mustern in den zur Verfügung stehenden Datenmengen. Erkannt werden sollen Veränderungen über die Zeit, aber auch Gruppen von Mitarbeitenden mit ähnlichem Verhalten sowie Unterschiede zwischen vorher definierten Gruppen (z.B. Alter, Geschlecht,…). Eine zentrale Anwendung von Big Data ist das Berechnen der Zukunft durch die Daten über die Vergangenheit.

Transparenz

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Durch die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags wird ein immer grösserer Teil unser Denkens und Handelns transparent. Jeder Klick hinterlässt Spuren, die Unternehmen und Regierungen zweckes Segmentierung, Überwachung und Ertragssteigerung aufzeichnen und auswerten. In Bezug auf die digitalisierte Arbeit ist an besuchte Internetseiten, bearbeitete Dokumente oder geführte Gespräche zu denken. Die Transparenz der Arbeit ermöglicht dem HRM neue Formen der Überwachung genauso wie gesteigerte Wirksamkeit der Interventionen und Instrumente.

Work Life Balance

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Durch die Work Life Integration sollen Arbeit und Freizeit in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden. Diese Aufgabe wird deshalb dringlicher und anspruchsvoller, weil sich die Arbeit zunehmend durch räumliche und zeitliche Entgrenzung auszeichnet. Work Life Balance kann durch den Arbeitgeber unterstützt werden ist aber letztlich eine zentrale Aufgabe des Selbstmanagements. Wichtige Instrumente zur Herstellung der Work Life Integration sind Achtsamkeit, Selbstreflexion aber auch Sport sowie künstlerische und karitative Tätigkeiten.

Slow

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Slow ist eine soziale Bewegung, die bewusste Entschleunigung verlangt. Angefangen hat die Slow Bewegung beim Essen. Durch Slow Food soll man sich mehr Zeit für den Einkauf, die Zubereitung, den Verzehr und das soziale Ereignis rund um das Essens nehmen. Slow ist in den letzten Jahren zu einer Bewegung geworden, die sich auf alle anderen Lebensbereiche ausgedehnt. Es gibt auch den Begriff des Slow Work. Dabei wird die Bedeutung und die Qualität des langsamen Arbeitens hervorgestrichen, das auf Multitasking und ablenkende digitale Einflüsse verzichtet.

Open Source

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Open Source ist ein aus der Herstellung von Software stammendes Entwicklungsprinzip. Es zeichnet sich durch die kollaborative Entwicklung einerseits und den Verzicht auf geistiges Eigentum andererseits aus. Weiter gedacht ist Open Source deshalb nicht nur ein Entwicklungsprozess, sondern auch ein Organisationsprinzip oder auch ein Wirtschaftsmodell. In diesem gibt es kein wirkliches Eigentumsrecht mehr, denn alles was von einem Unternehmen erarbeitet wurde, gehört dessen Anspruchsgruppen.

Achtsamkeit

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Ist eine aus dem Budismus und der Psychotherapie stammende Methode, um sich und seiner Situation bewusst zu werden. Durch Achtsamkeit soll der Moment bewusster erlebt werden. Das bewusste Trainieren der Achtsamkeit soll das Verständnis für die eigenen Bedürfnisse erhöhen, das Erkennen von Störfaktoren und deren Vermeidung erhöhen. Durch Anwendungen wie Yoga soll das Ego relativiert und das Ich mehr Gelassenheit spüren.

Selbstreflexion

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Umfasst alle Tätigkeiten, mit Hilfe derer sich ein Mensch oder ein Unternehmen Klarheit über sich, seine Vergangenheit und Zukunft verschafft. Ziel der Selbstreflexion ist das Generieren von Selbsterkenntnis. In der Reflexion geht es um Stärken, Schwächen, Zukunftsperspektiven. Selbstreflexion ist Identitätsarbeit, durch Selbstreflexion stabilisiert sich also auch die Identität. Techniken der Selbstreflexion sind das Selbstgespräch, das Tagebuch, Beiträge in den sozialen Medien. Coachings oder Psychotherapien unterstützen die Selbstreflexion.

Offliner

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Offliner entscheiden sich bewusst gegen das digitale Leben. Beweggründe ihres Handelns sind der Schutz der eigenen Daten und die Weigerung nur noch via Maschinen mit anderen Menschen zu kommunizieren. Damit verbunden ist die Bewegung des Neo-Luddismus, die arbeitsvernichtende Maschinen beziehunsweise auch die Verschmelzung von Mensch und Maschine verhindern will. Offliner suchen die Nähe zur Natur und setzen auf Selbstverwaltung und Dezentralisierung.

Gegenbewegung

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Ausserhalb der dominierenden Formen der zukünftigen Arbeitswelt gibt es eine Gegenwelt. Die Gegenbewegung speist sich aus jenen, die den künftigen Anforderungen des Arbeitsmarkts nicht gerecht werden wollen oder können. Zentrale Anliegen der Gegenbewegung sind weniger Geschwindigkeit, weniger Digitalisierung, weniger Ökonomisierung. Die Gegenbewegung setzt sich aus Opfern und bewussten Gegner zusammen, die nach alternativen Wirtschafssystemen beziehungsweise neuen Formen der (Erwerbs-)arbeit suchen.

Aussteiger

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Aussteiger sind jene Wissensarbeiter, die sich bewusst gegen die dominierenden Prinzipien des Arbeitsmarkts entscheiden und stattdessen einer karitativen, sozialen oder körperlichen Arbeit nachgehen. Sie würden eigentlich über die Kompetenzen verfügen, um auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein entscheiden sich aber für ein Leben ausserhalb des Systems. Mit dem bewussten Ausstieg geht häufig ein politische Engagement in der Gegenbewegung ein. Viele Aussteiger widmen sich einem Leben nahe der Natur und setzen auf Selbstverwaltung statt Konsum.

Verdrängte

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Die Verdrängten sind jene Mitarbeitenden, die aufgrund ihrer Qualifikationen und ihrer angeblich beschränkten Entwicklungspotenziale keinen Platz mehr auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt haben. Durch die Digitalisierung, Ökonomisierung und Globalisierung steigt die Anzahl derjenigen, die aus dem Arbeitsmarkt verdrängt werden. Die Verdrängten finden sich wieder in staatlichen Programmen, im Schwarzmarkt oder in der organisierten Kriminalität. Wer einmal aus dem primären Arbeitsmarkt verdrängt wurde, hat fast keine Möglichkeit sich wieder hoch zu arbeiten.

Neue Trennlinien

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Der künftige Arbeitsmarkt zeichnet sich durch verschiedene Spaltungen aus. Die zentrale Grenze, die über den künftigen Erfolg entscheidet, verläuft entlang des Zugangs zu Wissens. Die Wissenden sind fähig, ihr Wissen selbständig weiterzuentwickeln und gehören zu den Gewinnern. Symmetrisch gehören die Nicht-Wissenden zu den Verlieren. Der Zugang zu Wissen geht einher mit dem Zugang zu exklusiven Netzwerken. Beides beeinflusst den Wohlstand. Die Grenzen verhalten sich in der Regel selbstverstärkend, das heisst die Gewinner gewinnen noch mehr.

Lebenslanges Lernen

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Durch lebenslanges Lernen kann man nicht nur seine Arbeitsmarktfähigkeit erhalten, sondern auch an seiner Identität arbeiten. Eine wichtige Voraussetzung zum lebenslangen Lernen ist die Autodidaktik, also die Fähigkeit sich ausserhalb offizieller Bildungssituationen neues Wissen anzueignen. Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitenden deshalb Lernmöglichkeiten, auch weil sie wissen, dass ihre Innovationskraft letztlich davon abhängt. Tendenziell verlagert sich die von Unternehmen angebotene Personalentwicklung aber immer mehr zur Selbstverwantwortung der Mitarbeitenden.

Employability

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Bezeichnet das Bestreben und die gleichzeitige Notwendigkeit seine Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten. Dafür braucht es insbesondere Investitionen in die Bildung und das persönliche Wissensmanagement. Arbeitsmarktfähigkeit kann durch Diplome, Arbeitserzeugnisse, Referenzen und Publikationen gezeigt werden, ist aber letztlich auch das subjektive Gefühl, den Anforderungen des Marktes zu genügen.

Selbstverantwortung

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Selbstverantwortung ist die Fähigkeit aber auch die Pflicht, für sich und sein Leben Verantwortung zu übernehmen. Im wirtschaftlichen Kontext umfasst sie die Verantwortung für die Arbeitsmarktfähigkeit, den beruflichen Erfolg, das berufliche Glück und den Schutz seiner Daten. Selbstverantwortung ist ein liberales Prinzip, das dann sozial-demokratisch wird, wenn der Staat die Fähigkeit zur Selbstverantwortung seiner Bürgerinnen und Bürger stärkt.

Neo-Protektionismus

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Bedeutet das Bestreben, die nationalen Arbeits-, Wissens- und Datenmärkte vom Ausland abzuschotten. Dadurch sollen die ökonomischen Potenziale der Inländer erhöht und diejenigen der Aussenwelt gesenkt werden. Neo-Protektionismus ist Folge der durch Globalisierung und Digitalisierung ausgelösten Öffnung der Märkte. Abgeschottet können die Märkte durch Migrationspolitik, Zölle oder auch Mobbing.

Augmented Reality

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Augmented Reality bezeichnet die Zwischenwelten, die sich zwischen der analogen und virtuellen Welt auftun. Durch Augmented Reality stehen zu jedem Zeitpunkt eine Unmenge an Zusatzinformationen über Menschen, Produkte und Unternehmen zur Verfügung. Im Moment werden diese Informationen noch auf die Smartphones geladen in Zukunft vielleicht auf eine Datenbrille oder direkt auf die Linse projiziert. Je mehr realer und digitaler Raum zusammenwachsen, desto mehr Daten fallen an, desto grösser wird die Transparenz über unser Denken und Verhalten und desto wichtiger wird die Thematik des Datenschutzes.

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