Lofoten, 2013

Die Aussicht aus dem Hotelturm ist fantastisch. Schwarzblaues Meer, weisse Berge, farbige Fischerboote, welche die Monotonie immer wieder brechen. Die Lofoten sind ein Traum in allen Abstufungen von Blau und Weiss. Man spürt die Rauhheit von Wind und Wasser, spürt, dass der Pol nicht mehr weit entfernt ist.

Viel zu tun gibt es nicht hier, dafür hat es zu viel Schnee und zu wenige Wege der Küste entlang. Ich ziehe mich in das Schreiben zurück, arbeite zwanghaft am “Schattenzeitalter”. Erholend ist das nicht, aber es beschäftigt und erfüllt mich. Jeden Abend trinke ich in der Lobby ein Glas Rotwein und versuche dabei herunterzuschalten, zu innerer Ruhe zu finden.

Für zwei Tage reise in ein Fischerdorf ganz am Ende der Inselgruppe. Die Fischer hängen die Fische auf, damit diese als Delikattessen am Ende des Winters exportiert werden können. Durch das Dorf weht ein Fischgeschmack, die nicht von aufgehängten Fischen sondern von den Fischabfälle, die ins Wasser geworfen werfen. Kinder schneiden den Fischen köpfen, lachen verlegen. Ich laufe schnell weiter.

Um einzukaufen, muss ich eine halbe Stunde durch den eisigen Schneesturm laufen. Ich rutsche mehrmals aus, bin auch sonst nicht im Gleichgewicht. Zuhause fühle ich mich in dieser kleinen Wohnung fehlt am Platz. Ich habe eine absurde Angst vor Einbrechern. Die enstehende Leere versuche ich durch Chats mit namenlosen Typen zu füllen. Hoffnung, die sich schnell verzieht. Abseits der Zivilistation werde ich mir meiner Einsmakeit bewusst.

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