Städte sind Multiplikatorinnen der Zukunft. Als Zentren funktionieren sie als Ideenreaktoren, sie ziehen die unterschiedlichsten Menschen und Unternehmen an. Hier entwickeln und verbreiten sich die neuen Lebensstile. Als Zukunftslabore haben die Städte einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie sind einfacher zu regieren, als die von den Rechtspopulisten gekaperten Nationalstaaten.
Das Design der Städte ist nicht nur entscheidend, um technologische und wirtschaftliche Innovationen zu erlangen, sondern auch, um das friedliche und inspirierte Zusammenleben zu unterstützen. Schliesslich geht es um Nachhaltigkeit. Der Gebäudesektor ist für ungefähr 40 Prozent der C02-Ausstösse, des Energieverbrauchs und Materialkonsums der Welt verantwortlich. Zirkulär gebaute Städte sind dadurch ein entscheidender Hebel für die Zukunft. Das gilt umso mehr, als dass in Afrika und Asien in den nächsten Jahren riesige Metropolen entstehen, um der Urbanisierung und dem dortigen Bevölkerungswachstum gerecht zu werden.
Die folgenden drei Visionen helfen beim Einstieg der Diskussionen über die Zukunftsstadt:
- Die 15-Minuten Stadt … ist eine Reaktion auf die Pendlermüdigkeit, das Bedürfnis nach Haptik und Wiederholung in einer globalen und digitalen Welt und eine logische Reaktion auf ein verändertes Arbeitsethos mit 2-3 Tagen Home Office und flächendeckender Teilzeitarbeit. In der Schweiz arbeiten 60 Prozent der Frauen Teilzeit, bei den Männern sind es 20, Tendenz stark steigend (in den letztem 20 Jahren hat sich der Anteil verdoppelt).
- Die Healing City … besteht aus Gebäuden, Strassen, Parks und Wartezonen, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Ursprünglich stammt der Diskurs aus der Architektur von Spitälern, aber ich denke es ist Zeit, ihn auf die Büros zu übertragen. Denn diese sind der Ort, wo Wissensarbeitenden die meiste Zeit verbringen und kaum eine(r) von ihnen wird heute sagen, dass sich das Büro positiv auf die Gesundheit auswirkt. Entscheidend für das Healing Office sind etwa Materialien, Perspektiven, Gerüche und Geräusche.
- Die zirkuläre Stadt … schliesst die Stoffkreisläufe der Stadt, bereitet sich auf noch mehr Klimawandel vor und strebt nach Netto Null. Die grössten Hebel zu mehr Nachhaltigkeit hat die Stadt bei der Gestaltung der Mobilität, dem Bau, der Renovation und der Aufstockung von Gebäuden sowie der Landwirtschaft. Weiter gedacht heisst zirkulär auch die analoge und digitale Welt zu verbinden (wobei die Rückschlüsse des Digitalen auf das Analoge innovativer sind) sowie Vergangenheit und Zukunft als Kreisläufe zu denken.
Die Wissensfabrik arbeitet für und über die Stadt der Zukunft. Sei es durch Ausstellungen, Forschungsprojekte und -reisen, Auftragsstudien und Referate für Entscheidungsgremien.