aaradiesli.jpeg

Die Radieschen von unten betrachten, Wissensatelier 8, 14. Januar 2021

Wir sind bequeme Tiere. Doch manchmal zwingt uns das Leben, neue Perspektiven einzunehmen. Am einschneidendsten wirkt der Tod. Er nimmt für immer weg, befreit aber vielleicht auch. Weil er bedroht und beendet, verstärkt er Innovation. Einmal unter der Erde liegend, werden wir alle gleich und den Tieren zum Frass vorgesetzt sein.

Am Atelier 8 sehen wir uns zusammen die Radieschen von unten an. Verkehrte Perspektiven sollen im Zentrum stehen. Wir sprechen über Innovationen, die der Tod mit sich bringt. Wir entdecken Tiere, welche die Menschen bedrohen und Menschen, die sich närrisch für Pflanzen begeisterten. Wir prüfen, ob Samen oder DNA-Stränge die wichtigeren Datenspeicher der Zukunft sind. Vielleicht erkennen wir zwischen den Radieschen die Dinge, von denen wir uns endlich verabschieden sollten, um das Neue zu beginnen.


Bestätigte Referierende

Speichern und Sterben aus Sicht von Zoonosen
Jakob Zinsstag
Professor für “One Health”, Swiss Tropical and Public Health Institute (TPH) in Basel

Speichern und Sterben aus Sicht der Samendatenbank
Beate Schierscher Viret
Samenarchiv Agroscope

Sorten «sterben», aber nicht ganz. Wir erhalten sie als Samen für die Zukunft. Sie werden uns überleben, keine Frage

Speichern und Sterben aus Sicht der Rechtsmedizin
Antje Rindlisbacher
Rechtsmedizinerin Universität Bern

Als Rechtsmedizinerin begegne ich dem Tod täglich und beschäftige mich mit der Frage, wie jemand gestorben ist. Die Toten können nicht mehr erzählen, was ihnen wiederfahren ist. Es ist meine Aufgabe, dies herauszufinden. Ich sehe meine Arbeit als eine Art letzten Dienst für die Verstorbenen.

Speichern und Sterben aus Sicht Daten & Neuer Technologien
Ina Schiering
Professorin für Information Engineering

Welche digitalen Spuren hinterlassen wir kommenden Generationen? Wie werden diese Spuren aufbewahrt und welches Bild unserer Gesellschaft bleibt erhalten.

Speichern und Sterben aus Sicht der Botanophielie
Sophie Ruppel
Historikerin der frühen Neuzeit

Am Thema “Die Radieschen von unten betrachten” interessiert mich insbesondere die Umkehrung der uns gewohnten Ordnung: Die Pflanze ist nun oberhalb des Menschen angesiedelt, der Mensch unterhalb der Pflanze. Es gibt historische Epochen, in denen Mensch und Pflanze als wesentlich näher beieinander stehend gedacht werden, als in der Moderne. Oder sogar der Pflanze eine “Seele” zugesprochen wird. Geschichte ermöglicht uns die Erkenntnis: Man könnte doch auch anders denken.


Anmeldung

Das Wissensatelier 8 findet im Farelhaus in Biel statt. Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist auf 35 beschränkt. Es sind noch 13 Plätze frei. Die Teilnahmegebühren betragen 1200 CHF, für die Teilnehmenden bisheriger Ateliers 900 CHF. Anmeldung unter cachelin@wissensfabrik.ch

Covid-19

Das Atelier wird unter Berücksichtigung der notwendigen Sicherheitsmassnahmen durchgeführt. Stand heute gehört das Einhalten des Mindestabstands, das Tragen von Schutzmasken in Plenarsituationen sowie eine fixe Platzordnung dazu. Eine digitale Teilnahme am Atelier ist möglich.

Bisherige Ateliers


Hier für den Newsletter der Wissensfabrik anmelden

Bald hörst Du von mir.